Was ich von der AnyTone Codeplug-Software (CPS) halte, hatte ich im vorherigen Beitrag schon zum Ausdruck gebracht. Außerdem bin ich Linux-Nutzer und weiche nur im Notfall auf Windows aus. Deshalb hatte ich mich schon seit längerem mit qdmr beschäftigt. Mittlerweile hat diese freie Software einen hohen Reifegrad und läuft gut unter Linux. Hervorzuheben ist die automatische Vervollständigung von Relais-Eingaben über den Relais-Namen. Dazu wird im Hintergrund bei https://radioid.net, https://www.repeaterbook.com und https://repeatermap.de gesucht und Treffer werden vorgeschlagen bzw. nach Auswahl werden die Daten automatisch in die Felder eingesetzt. Damit lassen sich zügig und fehlerarm Kanäle erfassen. Leider haben die beiden letztgenannten vor einigen Monaten den Zugriff auf ihre APIs eingeschränkt, so dass zur Nutzung ein individueller Access-Token beantragt werden muss. Von Repeatermap erhielt ich den recht zügig und hatte noch einen netten Mail-Verkehr mit dem Betreiber (Martin, DK3ML), da ich der erste war, der einen Token beantragt hat. Von Repeaterbook ist der Token verweigert worden mit dem Hinweis, dass qdmr zwischenzeitlich eine sogenannte "approved app" sei und ich den Token nochmals hier beantragen soll.
Für die Entscheidung der API-Betreiber, einen Access-Token einzuführen, habe ich Verständnis. Leider gibt es im Internet zu viele Trittbrett-Fahrer, die freies geistiges Eigentum / Arbeit anderer für sich nutzen und ggf. noch vermarkten.
Das Problem mit dem API-Token bei Repeaterbook betrifft auch eine Software, die ich für OpenGD77 geschrieben hatte. Dort ist es mir aber gelungen, einen Access-Token zu bekommen. Das führte zum Entschluss, eine Software zur Erzeugung von qdmr-Kanälen und -Zonen zu entwickeln. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass Kanäle in qdmr nicht mehr manuell erfasst werden müssen. Die Lernkurve, um kompatible qdmr-Daten (YAML) zu erzeugen war steil, aber ein Prototyp funktioniert jetzt. Wenn der hinreichend stabil ist, werde ich die Software auch auf Github veröffentlichen. Jeder Nutzer muss allerdings einen separaten Access-Token bei Repeaterbook beantragen.
Jetzt kann ich jedenfalls nach eigenen Vorstellungen den Codeplug für mein AnyTone erzeugen. Das läuft über Abfragen bei Repeaterbook mit Filtern für Standort, Umkreis, Frequenzband (2m, 70cm) und Modulationsart (FM, DMR). Zusätzlich werden Kanallisten im OpenGD77-Format mit verarbeitet für Direktfrequenzen und Hotspots, die in Repeaterbook nicht zu finden sind. Eine weitere Zone für Seefunk konnte ich einrichten, das AnyTone ist mit den aktuellen Frequenzbändern auch in der Lage auf Seefunk-Kanälen zu senden (nur für den Notfall, versteht sich).
So allmählich werde ich warm mit der Bedienung des AnyTone, trotzdem ist OpenGD77 in Bereich Bedienbarkeit mein Favorit.
Bleibt ein weiterer Kritikpunkt am Gerät: Die extrem leise Modulation. Im Einstellungsmenü lässt sich die Mikrofonverstärkung zwar in 5 Stufen einstellen, aber selbst in der höchsten Stufe ist die Modulation zu leise. Nach längerer Recherche im Internet bin ich auf eine Seite mit Tipps und Tricks zum AnyTone gestoßen. Dort wird das Menü für einen erweiterten Test und Einstellungen beschrieben, das mich weiter gebracht hat. Dort stand bei meinem Gerät im Kanal 65 der Wert 166, der eigentlich nicht einstellbar ist.
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| Kanal 65 mit irritierendem Mic-Gain-Wert |
Nachdem ich mit dem Drehregler einen anderen Wert (0 – 63 ist möglich) eingestellt hatte, hat sich das Lautstärke Problem erheblich entschärft. Die Mic-Einstellung Level 5 muss ich trotzdem beibehalten, alles andere wäre zu leise und noch etwas mehr Lautstärke wäre wünschenswert. Aber ich hoffe, damit kann ich das Gerät erst einmal nutzen. Ich bin gespannt auf die Rückmeldungen meiner QSO-Partner.

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